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Waffe, die schon in der
ägyptischen Vor- und Frühgeschichte in Gebrauch war. Sie bestand aus einem
steinernen Kopf, der an einem Griff aus Holz (zuweilen auch aus Elfenbein
oder Horn) befestigt war und oft an der Griffseite konisch zulief. Viele
Keulen-Köpfe fand man bei Ausgrabungen auf prä- und frühdynastischen
Friedhöfen. Die frühesten Exemplare stammen aus der Naqada-I-Zeit (um
4000-3500 v. Chr.) und sind tellerförmig, doch erscheinen viele für einen
Einsatz im Kampf zu leicht oder zu klein. Der Fund eines Modellkeulenkopfes
aus Ton in Mostagedda legt nahe, dass sie oft nur als Ritualobjekte dienten.
In der Naqada-II-Zeit (um 3500-3100 v. Chr.) löste der birnenförmige Kopf
(sowie ein schmaler, spitz zulaufender Kopf, der möglicherweise aus
Vorderasien eingeführt wurde) die Teller-Keule ab. In der prädynastischen
Zeit gehörten Prunkpaletten und Keulen-Köpfe zu den Insignien des sich
herausbildenden Königtums. Die Wandmalerei in Grab 100 in Hierakonpolis
enthält eine Szene, in der ein Krieger, vielleicht sogar ein früher König,
eine Reihe von Gefangenen mit einer Keule bedroht.
Das Bild des triumphierenden Königs, der eine Keule schwingt, war bereits in
der Zeit der Narmer-Palette (Ägyptisches Museum Kairo) ein feststehendes
Symbol des Königtums. Diese Prunkpalette aus Schiefer, die zeigt, wie König
Narmer (um 3100 v. Chr.), die Weisse Krone auf dem Haupt, Anstalten macht,
einen fremdländischen Feind mit seiner Keule zu erschlagen, fand man im
„Hauptdepot“ (wohl ein Aufbewahrungsort für Votivgaben) des Alten
Reich-Tempels von Hierakonpolis. Im gleichen Depot fanden sich auch zwei mit
kunstvoll gearbeiteten Reliefs verzierte Keulen-Köpfe aus Kalkstein, von
denen einer König Skorpion, der andere Narmer gehörte (Ashmolean Museum
Oxford), die zeigen, dass der Keulen-Kopf selbst Träger königlicher
Propaganda geworden ist. Die archetypische Szene des Keule schwingenden
Pharaos war von so grosser ikonographischer Bedeutung, dass sie bis in die
Römerzeit auf Tempelwänden dargestellt wurde.
Die Keule war mit dem gesunden Auge des Gottes Horus assoziiert, zu dessen
Epitheta die Wendung „Herr der Keule, der seine Feinde niederschlägt“ zählt,
und ihre Bedeutung für das Königtum wird durch zwei vergoldete hölzerne
Modell-Keulen unter den Grabbeigaben Tutanchamuns (1330-1327 v. Chr.) erneut
bekräftigt. |