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Karanog |
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Grosse Stadt und Nekropole in Unternubien rund 60 km südl. von Assuan, die ihre Blütezeit in der meroitischen und postmeroitischen Zeit (um 300 v. Chr. - 550 n. Chr.) erlebte. Bereits spätestens im 3. Jh. v. Chr. hatte sich Karanog zu einer bedeutenden Stadt entwickelt; die ungewöhnlich verstreut angeordnete Siedlung war insofern einzigartig unter den meroitischen Verwaltungszentren wie Faras, Gebel Adda und Qasr Ibrim, als sie - statt von einem Befestigungswall - von einer riesigen dreistöckigen, aus Lehmziegeln errichteten „Burg“ geschützt wurde. Während meroitische Stätten in Obernubien hauptsächlich aus Tempeln und Gräbern bestehen, werden die Reste Karanogs und anderer meroitischer Siedlungen in Unternubien von Palästen und Befestigungsanlagen dominiert, doch existieren auffällig wenige Königsskulpturen und Inschriften. Angesichts dieser Diskrepanz hat W Y. Adams die Vermutung geäussert, unternubische Städte wie Karanog könnten von lokalen Feudalherren beherrscht worden sein und nicht der direkten Kontrolle der meroitischen Könige um Süden unterstanden haben. |
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