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Die Israeliten sind im
syr.-palästinischen Raum seit der späten Bronzezeit belegt. Ihre kulturellen
und ethnischen Ursprünge sind schwer zu klären, nicht zuletzt deshalb, weil
archäolog. und biblische Quellen schwer in Einklang zu bringen sind.
Biblische Berichte über die Herkunft des Volkes Israel (zu finden v. a. in
den Büchern Numeri, Josua und Richter) stehen oft im Widerspruch zu anderen
antiken Textquellen und archäolog. Zeugnissen für die Besiedlung Kanaans in
der späten Bronze- und der frühen Eisenzeit (um 1000-750 v. Chr.).
Als politisches Gebilde wird Israel zum ersten Mal auf der sog. Israel-Stele
erwähnt, einer Inschrift aus dem 5. Regierungsjahr des Merenptah (1213-1203
v. Chr.), die eine Liste besiegter Völker enthält: „Ihre Anführer werfen
sich zu Boden und bitten um Frieden [...]. Kanaan ist verheert, Askalon
erobert, Gezer eingenommen, Januam ausgelöscht, Israel verwüstet, sein Samen
existiert nicht mehr. Syrien ist zur Witwe für Ägypten geworden, und alle
Länder wurden befriedet.“
Donald Redford äusserte die Vermutung, die Israeliten hätten sich im Laufe
des vorausgegangenen Jahrhunderts als eigenständiges Element der
kanaanäischen Kultur herausgebildet. Einige namhafte Wissenschaftler sahen
in den frühen Israeliten eine unterdrückte Gruppe kanaanäischer
Landbewohner, die gegen die kanaanäischen Städte entlang der Küste
rebellierten, während andere die Hypothese aufstellten, es handle sich um
die Überlebenden einer Phase des Niedergangs in Kanaan, die sich am Ende der
Bronzezeit im Bergland niederliessen. Redford führt dagegen gute Gründe an
für eine Gleichsetzung der ersten Israeliten mit den halbnomadischen Völkern
im Bergland Zentralpalästinas, die bei den Ägyptern Schasu hiessen und einen
ständigen Störfaktor im Einflussgebiet der ramessidischen Pharaonen in
Syrien-Palästina darstellten. Diese Theorie wird von der Tatsache gestützt,
dass auf der Israel-Stele dem Namen Israel ein Determinativ folgt, das auf
eine Gruppe von Menschen verweist, nicht auf eine Stadt.
Zwar werden die Schasu, im Unterschied zu Israel, oft in ägyptischen Texten
erwähnt, doch hat ihre Lebensweise als Hirten wenige archäolog. Spuren
hinterlassen. Am Ende des 13. Jh. V. Chr. begannen die Schasu/Israeliten mit
der Errichtung kleiner Siedlungen im Bergland, deren Architektur
zeitgenössischen kanaanäischen Dörfern stark ähnelt.
Im 10. Jh. V. Chr. herrschte Salomo über ein israelitisches Königreich, das
Kanaanäer und Philister bezwungen hatte und sich zum beherrschenden Staat in
der Levante entwickelte. In der Hauptstadt Jerusalem sind nur spärlichste
Reste von Salomos Tempel und Palast erhalten. Nach seinem Tod wurde das
Gebiet zwischen den Königreichen Israel und Juda aufgeteilt, die bis 722
bzw. 587 v. Chr. bestanden. In ägyptischen Texten aus der 3. Zwischenzeit
(1009-747 v. Chr.) und der Spätzeit (747-332 v. Chr.) gibt es eine Reihe von
Hinweisen auf politische Beziehungen Ägyptens zu Israel, Juda und anderen
svr.-paläst. Staaten, die insbes. dazu beitragen sollten, Bündnisse gegen
die Bedrohung durch die Assyrer und Perser herzustellen. |