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Altes Ägypten, Pharaonen
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Ibis

Der heilige Ibis ist die bekannteste Ibis-Art in Ägypten; typisch für ihn ist ein weisser Körper, ein dunkler, gebogener Schnabel, ein schwarzer Hals, schwarze Flügelspitzen und Schwanzfedern sowie schwarze Beine. Bis zum 19. Jh. In Ägypten noch relativ weit verbreitet, war er um 1850 beinahe verschwunden. Der heilige Ibis galt als Erscheinungsform des Thot, und in der Spät- und Ptolemäerzeit (747-30 v. Chr.) wurden Unmengen dieser Vögel mumifiziert und in Katakomben in Tuna el-Gebel, Saqqara und andernorts beigesetzt.
Dem griech. Historiker Herodot zufolge war zu seiner Zeit die Tötung eines Ibis in Ägypten ein Verbrechen. Untersuchungen der mumifizierten Überreste dieser Vögel ergaben jedoch, dass ihr Tod wohl etwas beschleunigt wurde; zudem scheinen sie extra gezüchtet worden zu sein, um als Votivgaben mumifiziert zu werden. Man vermutete, ihre Eier seien in Ofen künstlich ausgebrütet worden; aus den Katakomben in Saqqara kennen wir sowohl mumifizierte Eier als auch Überreste anderer Ibis-Aarten.
Im Zusammenhang mit dem Thot-Kult wurden zahlreiche Ibis-Amulette und -Statuen hergestellt; besonders ergiebige Fundorte waren Tuna el-Gebel und Saqqara. Ibis-Mumifizierung und Herstellung von Votivobjekten müssen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor gewesen sein, und durch das Archiv eines Priesters namens Hor in Saqgara erfahren wir von einer ganzen Reihe von Betrügereien.
Der Sichler hat den charakteristischen gebogenen Schnabel und lange Beine; Flügel und Schwanzfedern sind bronzefarben mit grünlichem Glanz. Wie der heilige Ibis wurde auch er häufig in Grabreliefs des Alten Reiches (2686-2181 v. Chr.) dargestellt, meist bemalt, als wäre er völlig schwarz. Laut Herodot kämpfte er mit geflügelten Schlangen, die aus Arabien nach Ägypten flogen. Der Waldrapp hat einen langen Hals, lange Beine und verlängerte Federn an Hinterkopf und Nacken, weswegen er zuweilen als „Schopf-Ibis“ bezeichnet wird. Er diente als Vorbild für die Hieroglyphe mit der Bedeutung „glänzen“. Im modernen Ägypten ist er ein seltener Gast als Zugvogel, doch mag er in alter Zeit häufiger gewesen sein. Da er kein Wasservogel ist, findet man ihn seltener in Nilufer-Szenen, die meist den heiligen Ibis oder den Sichler zeigen.


 

 

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