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Königin der frühen 4.
Dynastie, Hauptfrau des Snofru (2613-2589 v. Chr.), Mutter des Cheops
(2589-2566 v. Chr.) und wahrscheinlich Tochter des letzten Königs der 3.
Dynastie, Huni. Über ihr Leben wissen wir wenig, doch wurde ihre gut
erhaltene Grabstätte in Gisa 1925 vom Fotografen der von George Reisner
geleiteten Harvard-Boston-Expedition entdeckt.
Bei Grabungen in einem Gebiet mit einer rätselhaften weissen Mörtellage östl.
der Grossen Pyramide stiess man auf einen Grabschacht, der in einen kleinen,
leeren Raum führte. Tief darunter fand sich eine verborgene Grabkammer, die
einen versiegelten Sarkophag, eine Menge vergoldeter Gegenstände aus Holz in
sehr schlechtem Erhaltungszustand und eine Reihe von Metallgegenständen
enthielt. Inschriften auf einigen der Objekte liessen darauf schliessen,
dass das Grab Hetepheres I. gehörte, deren Grabausstattung offenbar in aller
Eile hierher überführt worden war. Der Sarkophag war zwar leer, doch in
einer verborgenen Nische fand man einen Kanopen-Kasten aus Alabaster, der
vermutlich die Reste ihrer Eingeweide enthielt.
Reisner glaubte, Cheops habe eine Neubestattung der Überreste der
Grabausstattung seiner Mutter veranlasst, nachdem ihr ursprüngliches,
vielleicht in der Nähe von Snofrus Grab in Dahschur gelegenes Grab
ausgeraubt worden war. Bisher hat man jedoch in Dahschur kein Grab der
Hetepheres I. gefunden, und tatsächlich liefert Grab G7000X die einzigen
Belege für ihre Existenz. Dies veranlasste Mark Lehner zu der Vermutung, bei
dem Schachtgrab in Gisa handele es sich um den ursprünglichen Bestattungsort
der Königin, doch sei ihr Leichnam und der grösste Teil der Grabausstattung
unter GI-a, die erste Nebenpyramide östlich von Cheops' Grosser Pyramide,
umgebettet worden. Diese Theorie könnte auch die Beschädigungen an
Sarkophag, Keramik und Möbeln des ursprünglichen Grabes erklären. Allerdings
ist damit immer noch nicht geklärt, warum der Kanopenkasten nicht
mitgenommen wurde; möglich wäre, dass man aufgrund der Nähe von G7000X zur
Nebenpyramide meinte, auf den Transfer des Kanopenbehälters verzichten zu
können. Ironischerweise war es vermutlich garade das Fehlen eines Oberbaus,
das zur Bewahrung der ursprünglichen Bestattung beitrug, während die
Pyramide GI-a schon in alter Zeit geplündert wurde.
Der sorgfältigen Restaurierung der Funde (heute im Ägyptischen Museum Kairo)
verdanken wir einige der besten Zeugnisse, die uns Aufschluss über die
Grabausstattung im Alten Reich geben und den mutmasslichen Reichtum einer
unversehrten königlichen Bestattung der damaligen Zeit ahnen lassen. Zu dem
Mobiliar aus vergoldeten Holz, gehörten eine Sänfte, ein Bett und ein
kunstvoll gearbeiteter Baldachin, der wahrscheinlich das Bett überdachte. |