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Altes Ägypten, Pharaonen
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Herz

Für die Ägypter war das Herz (bati oder ib) und nicht das Gehirn Quelle menschlicher Weisheit und Zentrum der Gefühle und des Gedächtnisses. Seine Funktion im Blutkreislauf war noch nicht bekannt, obwohl eine religiöse Abhandlung feststellt, dass die Bewegung aller Körperteile vom Herz bestimmt werde. Aufgrund des angenommenen Zusammenhangs mit Intellekt, Persönlichkeit und Gedächtnis galt es als das wichtigste innere Organ.
Da man meinte, das Herz könne, selbst nach dem Tod, das wahre Wesen eines Menschen enthüllen, verblieb es bei der Mumifizierung im Körper und wurde, nach einer versehentlichen Entfernung, wieder an seinem Platz eingenäht. Die Ägypter befürchteten, das Herz könnte vor dem Totengericht gegen seinen Besitzer Zeugnis ablegen und damit zu dessen Verurteilung beitragen. Um dies zu verhindern, wurde in der Regel ein Herz-Skarabäus in die Mumienbinden miteingewickelt. Die Inschrift auf diesem Skarabäus bestand meist aus Kap. 30B des Totenbuches: „O mein Herz, das ich von meiner Mutter hatte, o Herz meiner wechselnden Formen, stehe nicht auf gegen mich als Zeuge, tritt mir nicht entgegen im Gerichtshof, mach keine Bewegung wider mich vor dem Wägemeister […]“.
Die Darstellung des Totengerichts - eine gern übernommene Vignette ans dem Totenbuch - zeigt, wie das Herz des Verstorbenen gegen die Feder der Maat (dass Symbol allumfassender Wahrheit und Harmonie) aufgewogen wird, und zuweilen sieht man, dass Anubis die Waage ein wenig zugunsten des Verstorbenen einstellt, um dessen sicheren Eingang in die Unterwelt zu gewährleisten. Man glaubte, der Verstorbene erhalte im Jenseits sein Herz zurück; Kap. 26-29 des Totenbuches sollten deshalb sicherstellen, dass das Herz im Totenreich wieder an seinen Platz kam und nicht mehr entfernt wurde.
Ab dem Neuen Reich (1750-1069 v. Chr.) finden sich „Herzamulette“ in Form einer Vase mit „Henkeln“ (die vielleicht Herzarterie bzw. -vene darstellten) in der Grabausrüstung. Aus der Überschrift zu Kap. 29B des Totenbuches geht hervor, dass solche Amulette ans aus dem scheret-Stein (grünem Jaspis) hergestellt werden sollten, doch gibt es zahlreiche Beispiele, die aus anderen Materialien, wie z. B. Glas, gefertigt sind.


 

 

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