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Altes Ägypten, Pharaonen
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Heilige Tiere

Den Ägyptern waren einige Tiere als lebende Manifestationen verschiedener Götter heilig. Der Glaube mag aus prädynastischer Zeit überkommen sein, als Tiere aufgrund besonderer Eigenschaften verehrt wurden, so der Stier wegen seiner Stärke und der Löwe wegen seiner Angriffslust. Einige Gaugötter mögen auf solche totemistischen Anschauungen zurückgehen.
Nach etwa 700 v. Chr. wurde in einigen Fällen eine ganze Tier-, Vogel- oder Fisch-Gattung verehrt, so die dem Gott Thot heiligen Ibisse oder die Falken (die Horus und Osiris heilig waren), während in anderen Fällen Einzeltiere die Gottheit verkörpern konnten; dies gilt etwa für den Pavian als Erscheinungsform des Thot oder, in ganz besonderem Masse, für den Apis-Stier in Saqqara, denn es gab immer nur einen einzigen Apis, den man nach charakteristischen Merkmalen sehr sorgfältig auswählte und grosszog.
Für jeden Tierkult war eine eigene Priesterschaft zuständig, die sich um die Tiere kümmerte und nach deren Tod für ihre Mumifizierung und Bestattung sorgte. Im Fall eines Apis-, Buchis- oder Mnevis-Stieres war die Bestattung sehr aufwendig und umfasste eine Grabausstattung und Zeremonien, die sich nicht sehr von denen einer kgl. Beisetzung unterschieden. Falken und Ibisse, deren Mumien man in Holzkisten oder Tontöpfe legte, wurden dagegen zu Tausenden als Votivgaben dargebracht. Als Akt der Frömmigkeit bezahlten Pilger die Einbalsamierung und Bestattung solcher Vögel. Die Töpfe mit mumifizierten Vögeln oder Tieren wurden in unterirdischen Galerien wie den weitläufigen Anlagen von Saqqara oder Tuna el-Gebel beigesetzt, Apis- und Buchis-Stiere sowie ihre Mütter in grossartigen Hypogäen (unterirdischen Grabkammern) und individuellen Granitsarkophagen. In Saqqara bestattete man die heiligen Paviane in Holzschreinen in einer eigenen Galerie und stellte sie dort in Nischen. Diese Kulte gewannen ab dem späten Neuen Reich an Bedeutung und erlebten ihre Blüte in der Spätzeit (747-332 v. Chr.), als sie möglicherweise auch einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor darstellten. Der Friedhof heiliger Tiere in Nord-Sagqara wurde während der 60er Jahre des 20. Jh. von der Egypt Exploration Society ausgegraben; zwei weitere Expeditionen während der 90er Jahre konzentrierten sich zum einen auf die Untersuchung der chronologischen Entwicklung der Galerien und zum anderen auf die Untersuchung der genetischen Geschichte von Primaten anhand der mumifizierten Reste.
Ausser den zahlreichen Galerien in Saqgara gab es weitere bedeutende Kultorte, in denen heilige Tiere verehrt wurden: heilige Widder in Mendes, Herakleopolis Magna, Esna und Elephantine, heilige Katzen in Tell Basta und Beni Hasan, Mnevis-Stiere in Heliopolis (und vielleicht El-Amarna), Buchis-Stiere in Armant, die heilige Hathor-Kuh in Dendera und heilige Krokodile in Kom Ombo, Medinet el-Fajjum (Krokodilopolis) und el-Maabda.


 

 

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