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Altes Ägypten, Pharaonen
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Hathor (altägyptisch Huthor)

Bedeutende Göttin, die in drei Gestalten verehrt wurde: als Frau mit Kuhohren, als Kuh und als Frau mit einem aus Perücke, Kuhhörnern und Sonnenscheibe bestehenden Kopfschmuck. Ihre Aspekte und Kultorte waren vielfältiger und zahlreicher als die der meisten anderen ägyptischen Gottheiten. In ihrem rachsüchtigen Aspekt nahm sie zuweilen auch die Löwengestalt der Göttin Sachmet an und galt dann als eines der Augen des Ra. „Herrin des Himmels“ war ein anderer ihrer Beinamen, und ihre Stellung als Tochter des Ka wurde im Horus-Tempel von Edfu durch Hinweise auf ihre Vermählung mit Horus von Edfu, dem mit dem Himmel assoziierten Falkengott, unterstrichen.
Wörtlich übersetzt bedeutet ihr Name „Haus des Horus“; hieroglyphisch wurde er als Falke in einem rechteckigen Gebäude dargestellt. Da der Pharao mit Horus identifiziert wurde, galt Hathor als die göttliche Mutter jedes regierenden Königs, und einer seiner Beinamen lautete „Sohn der Hathor“. Ihre Rolle als Königsmutter ist eindrücklich veranschaulicht in einer Hathor-Statue aus einer Kapelle in Deir el-Bahri (heute im Ägyptischen Museum Kairo); diese zeigt die Göttin als Kuh, die den Pharao Amenhotep II. (1427-1400 v. Chr.) nährt. Der König wurde aber ebenso als Sohn der Isis bezeichnet, die offenbar die Rolle der Hathor übernahm, als der Mythos von Isis, Seth und Osiris mit jenem von der Geburt des Horus verschmolz.
Einem Mythos zufolge wurde Hathor einst ausgeschickt, um die Menschheit zu vernichten, doch wurde sie normalerweise mehr mit den angenehmeren Seiten des Lebens wie Sexualität, Freude und Musik assoziiert. Ihre Verbindung mit der Musik symbolisierte v. a. das Sistrum; als Kultinstrument war es häufig mit einem Hathor-Kopf versehen, den manchmal noch ein Naos krönte, und wurde oft von den Priesterinnen des Hathor-Kults geschüttelt. Auch auf dem menat, dem an Halsketten angebrachten Gegengewicht, ist sie regelmässig abgebildet.
In ihrem Aspekt als Totengöttin, als die sie v. a. in Theben-West verehrt wurde, hiess sie „Herrin des Westens“ oder „Herrin des West-Gebirges“. Man glaubte, sie nehme jeden Abend die untergehende Sonne in Empfang und beschütze diese dann bis zum Morgen. Den Sterbenden verlangte es deshalb danach, im „Gefolge der Hathor“ zu sein, auf dass er in der Unterwelt ähnlichen Schutz geniesse. Hathor war auch eine der Gottheiten, von denen man meinte, sie könne die Geschicke Neugeborener bestimmen.
Sie war die am häufigsten mit Wüste und Fremdländern assoziierte Göttin, und als solche wurde sie als „Herrin von Byblos“ verehrt. In den Türkis-Minen von Serabit el-Chadim baute man ihr in ihrer Funktion als „Herrin des Türkises“ einen Tempel. Schliesslich wurde sie auch zur „Herrin der Fayence“ (eines Materials, das zur Imitation bestimmter Edelsteine diente).
Die Stadt Memphis, wo Hathor als „Herrin der südlichen Sykomore“ galt, war ein bedeutendes Zentrum der Hathor-Verehrung, doch schon seit dem Alten Reich (2680-2181 v. Chr.) war ihr Hauptkultort Dendera, wo ein der Triade Hathor, Horus und Ihi geweihter Tempel aus der Ptolermäer- und Römerzeit (an der Stelle eines Vorgängerbaus) erhalten ist. Das mit diesem Tempel verbundene Sanatorium stand wahrscheinlich in Verbindung mit den Heilkräften, die der Göttin aufgrund des Mythos zugesprochen wurden, in dem sie Horus das Augenlicht zurückgab, nachdem Seth ihm ein Auge geraubt hatte.


 

 

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