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Altes Ägypten, Pharaonen
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Gründungsgruben

Depots im Boden, gewöhnlich an bedeutsamen Stellen in wichtigen Bauten wie Pyramiden, Tempeln oder Gräbern, in denen vom Alten Reich bis in die Ptolemäerzeit (2686-30 v. Chr.) Ritualobjekte vergraben wurden - in dem Glauben, das Opfern von Modellwerkzeugen und Baumaterial würde auf magische Weise zum Erhalt des Bauwerks in alle Ewigkeit beitragen. Die Gründungsgruben waren zuweilen mit Ziegeln ausgekleidet, manchmal über 2 m breit und befanden sich meist unter den Ecken, Achsen oder Toren des Gebäudes.
Im Totentempel von Nebhepetra Mentuhotep II. (2055-2004 v. Chr., 11. Dyn.) in Deir el-Bahri markierte eine Reihe von Gründungsgruben die Gebäudeachse; jede enthielt einen Laib Brot. Unter den Ecken lagen grössere Gruben mit Speiseopfern, darunter Teile eines geopferten Rindes, und Miniaturgefässe für Wein und Bier. Diese Gründungsgruben wurden von vier Lehmziegeln abgedeckt, drei davon enthielten Täfelchen mit der Königstitulatur Mentuhoteps. Die Täfelchen bestanden aus Stein, Holz und Metall und symbolisierten so, zusammen mit den Lehmziegeln, die vier Hauptmaterialien, die beim Bau des Tempels verwendet wurden. Andere Gründungsgruben, wie jene von Amenemhat I. (1985-1955 v. Chr.) in El-Lischt, enthielten mehr Ziegel und eine grössere Auswahl an Baumaterialien einschliesslich Fayence.
Die wohl bekanntesten Gründungsgruben sind jene aus dem Tempel der Hatschepsut (14731458 v. Chr.) in Deir el-Bahri. 14 mit Ziegeln ausgekleidete Gruben von 1 m Durchmesser und 1,5-1,8 m Tiefe befanden sich an Nahtstellen der Tempelanlage. Neben Speiseopfern und beim Tempelbau verwendeten Materialien enthielten sie Skarabäen, Kaurischnecken, Amulette, Travertinkrüge und Modellwerkzeuge (wie Schmelztiegel samt Kupfererz, Bleierz und Holzkohle für den Schmelzvorgang). Die Modellwerkzeuge und Gefässe in Gründungsgruben gewähren manchmal Einblicke in die Technologie der Pharaonenzeit, während Untersuchungen der Speiseopfer Erkenntnisse über die altägyptische Landwirtschaft und Ernährung liefern.
Abgesehen von ihrer rituellen Bedeutung hatten diese G. für Archäologen unter chronologischen Aspekten unschätzbaren Wert, da sie oft eine grosse Zahl von Täfelchen mit dein Namen des kgl. Bauherrn enthielten. So fand Iran in den G. eines
Tempels nahe Deir el-Bahri, der Ramses lV (1153-1147 v. Chr.) zugeschrieben wird, mehrere hundert beschriftete Tafeln. Viele G. aus der Spätzeit, wie z. B. auch jene in 1e11 Balarlnlm im Delta, lieferten entscheidende Hinweise für die Datierung von Tempelanlagen.


 

 

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