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Erdgott, dessen Schwester
und Gemahlin die Himmelsgöttin Nut war. In der Theologie von Heliopolis war
er der Sohn von Schu (Luftgott) und Tefnut (Göttin der Feuchtigkeit), die
selbst wiederum Kinder des Atum waren.
Die Nachkommen von Geb und Nut waren Osiris, Isis, Seth und Nephthys, und
diese neun Gottheiten bildeten die Neunheit von Heliopolis. Im Mythos von
Horus und Seth agierte Geb als Richter. Da Osiris der rechtmässige Herrscher
der Welt und von seinem Bruder Seth ermordet worden war, entschied Geb
automatisch zugunsten von Horus, des Sohnes von Osiris und „Rächers“ seines
Vaters, und machte ihn zum Herrscher über die Lebenden. In der Nachfolge des
Horus als legitimer Herrscher wird deshalb der Pharao, in Anerkennung der
Schutzrolle Gebs, zuweilen auch „Erbe des Geb“ genannt.
Geb wird meist auf dem Rücken liegend abgebildet, wobei er sich seitlich mit
einem Arm abstützt. Als für die Vegetation zuständiger Erdgott war er
manchmal grün gefärbt, und es gibt Darstellungen, auf denen tatsächlich
Pflanzen aus ihm spriessen. Bisweilen ist er mit seinem Emblem, der
Blässgans, auf dem Kopf zu sehen, gelegentlich trug er jedoch auch die
unterägyptische Krone. Als seine Tochter kann Isis „Ei der Gans“ heissen. Im
Totenkultbereich war er eine übelwollende Macht, die den bestatteten Toten
in seinem Körper gefangenhielt; in diesem Zusammenhang fand er in den
Pyramidentexten häufig Erwähnung. Erdbeben hielt man für das „Gelächter des
Geb“. In seinem wohlwollenden Aspekt war er ein Fruchtbarkeitsgott, was
manchmal durch seinen erigierten Phallus betont wird, der himmelwärts zu
seiner Gemahlin weist. In der Ptolemäerzeit (332-30 v. Chr.) wurde er mit
dem griechischen Gott Kronos gleichgesetzt. |