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Altes Ägypten, Pharaonen
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Fische

Fische hatten eine etwas zwiespältige Position im alten Ägypten: zuweilen heilig, zuweilen geschmäht; von manchen gegessen, anderen versagt. Dem griech. Schriftsteller Plutarch (46-126 n. Chr.) zufolge haben drei Arten von Nil-Fischen Osiris' Phallus verschlungen, nachdem der Körper des Gottes von Seth zerstückelt worden war: der Nilkarpfen, der Oxyrynchos und der Phagrus. Trotz dieser offenkundig unglücklichen Tat galt der Oxyrynchos in der Fajjum-Stadt gleichen Namens als heilig, besagte doch eine Überlieferung, dieser Fisch sei aus den Wunden des Osiris gekommen. Im Grab des Kabechnet in Deir el-Medina ist an der Stelle, wo normalerweise die Mumie des Verstorbenen gezeigt wird, ein Fisch dargestellt, der offensichtlich gerade vom Gott Anubis einbalsamiert wird.
Verschiedenen Provinzen Ägyptens galten bestimmte Fische als heilig, so dass ein Fisch, der in einer Gegend tabu war, in einer anderen durchaus gegessen werden konnte, was gelegentlich zu Konflikten geführt haben soll. Die Delta-Stadt Mendes war der Hauptkultort der Göttin Hatmehit, (der „Ersten der Fische“, die entweder in Gestalt eines Fisches oder einer Frau mit Fisch-Emblem (manchmal als Delphin interpretiert, wahrscheinlich aber ein Lepidotus) verehrt wurde. Der Tilapia-Fisch (oder Chromis-Fisch) mit seinen bunten Flossen und der abdjw (= Abydos)-Fisch mit seiner lapislazuliblauen Farbe agierten als Lotsen für die Barke des Sonnengottes Ra, die auf der Fahrt durch die Unterwelt vor dem Nahen der Apophis-Schlange warnen.
Der Nil, das sumpfige Delta, das Rote Meer und die Küstengewässer des Mittelmeers waren reich an essbaren Fischen, und den Armen des alten Ägypten dienten sie als Ersatz für das teurere Fleisch. Wohlhabendere hielten Fische häufig als Zier-Fische und als Nahrungsquelle in Teichen. Dank in Deir el-Medina gefundener Zeugnisse wissen wir, dass Fischer beschäftigt wurden, um einen Teil der Verpflegung für die Nekropolenarbeiter zu beschaffen, und dass sie auch für Tempel tätig waren, um Nahrung für niedere Beamte beizubringen. König, Priester und „verklärte Totee“ durften dagegen keinen Fisch essen, da er v. a. mit dem bösen Gott Seth gleichgesetzt wurde. Der Text der Siegesstele des Pije (747-716 v. Chr.) beschreibt die Weigerung des kuschitischen Herrschers, mit einer Ausnahme die besiegten unterägyptischen Fürsten zu empfangen, weil sie Fischesser waren.
Fische fing man in der Regel in Reusen oder Netzen; diese wurden von mehreren Männern dem Ufer entlang oder zwischen zwei Booten durch die Kanäle gezogen. Kap. 153 des Totenbuchs soll verhindern, dass der Verstorbene in einer Art Schleppnetz gefangen wird. Das Fischen mit Schnur und Haken ist ebenso belegt wie das Harpunieren von Papyrusbooten aus, obwohl letzteres wohl eher als Sport denn als ernsthafte Nahrungsmittelbeschaffung betrachtet wurde.


 

 

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