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Altes Ägypten, Pharaonen
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Festungen

Die ersten Darstellungen von Festungen im alten Ägypten sind spät-prädynastische schematisierte Abbildungen runder oder rechteckiger befestigter Siedlungen, die ältesten erhaltenen archäologischen Reste von Festungen aber die annähernd kreisförmigen Mauern von zwei frühdynastischen Siedlungsstätten in Oberägypten: Kom el-Ahmar (Hierakonpolis) und Elkab.
Ägyptische Städte wurden offensichtlich nur zu Zeiten politischer Instabilität befestigt, so in der frühdynastischen Zeit (3100-2686 v. Chr.) und in den drei „Zwischenzeiten“. Im Unterschied zu befestigten Siedlungen waren militärische Festungen und Garnisonen für die Verteidigung von Ägyptens Grenzen unverzichtbar. Unter Amenemhat I. (1985-1955 v. Chr.) wurde quer durch das nordöstliche Delta ein als die „Mauern des Herrschers“ (inebw heka) bekannter Festungsgürtel errichtet, um Ägypten vor Invasionen aus der Levante zu schützen. Die gleiche Grenze wurde später von einer Reihe von Festungen geschützt, die Ramses II. (1279-1213 v. Chr.) bauen liess.
Im Mittleren Reich (2055-1650 v. Chr.) wurde das Gebiet von Unternubien zwischen dem 1. und dem 2. Katarakt, das während des Alten Reiches wahrscheinlich von ägyptischen Prospektoren auf der Suche nach Mineralien friedlich ausgebeutet worden war, Teil des ägyptischen Reiches. Ein aus mindestens 17 Festungen bestehender Festungsgürtel wurde, im wesentlichen in der Zeit von Senweseret I. bis Senweseret III. (um 1965-1855 v. Chr.), errichtet, und die Festungen dienten offenbar sowohl praktischen wie symbolischen Zwecken: Einerseits sollten sie das kgl. Monopol auf die wertvolle Handelsroute aus den Ländern im Süden kontrollieren und sichern. Andererseits muss ihre grosse Zahl - die möglicherweise in keinem Verhältnis zur eigentlichen Aufgabe stand - als unübersehbare Propaganda in einer zunehmend militaristischen Zeit gedient haben.
Diese Festungs-Anlagen zwischen Assuan und Dongola weisen viele geniale architektonische Züge auf, die man eher mit mittelalterlicher Architektur verbinden würde. Zehn der Festungen (von Süden nach Norden: Semna-S, Kumma, Semna, Uronarti, Schalfak, Askut, Mirgissa, Dabenarti, Kor und Buhen) wurden im Gebiet des 2. Katarakts errichtet, wo das Niltal am schmalsten ist. Zwar sind ihnen viele architektonische Merkmale gemeinsam (etwa Bollwerk, Mauern, Gräben und befestigte Treppen zum Nil), doch wurde jede einzelne in Form und Grösse an die unterschiedlichen lokalen topographischen und strategischen Erfordernisse angepasst.
Im Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.) werden die nubischen Festungen weitgehend neu aufgebaut, doch scheint ihre Rolle nun weitaus mehr symbolischer Natur gewesen zu sein. Man begann, ausserhalb der Festungs-Mauern Tempel zu bauen und neue Städte mit unzureichenden Verteidigungsanlagen zu errichten. Wichtige Festungen und Garnisonen entstanden im Neuen Reich weiterhin an den West- und Ost-Grenzen des Deltas (so die ramessidischen Festungen in Zawiet Umm el-Racham im Westen und Tell el-Heir im Osten), und die Siegesstele des Pije (747-716 v. Chr., 25. Dynastie) erwähnt 19 befestigte Siedlungen in Mittelägypten. Allerdings sind nur wenige befestigte Stätten der 3. Zwischenzeit (1069-747 v. Chr.) und der Spätzeit (747-332 v. Chr.) erhalten, so z. B. der „Palast“ des Apries (589-570 v. Chr.) in Memphis und die Festung Dorginarti in Unternubien.


 

 

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