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Altes Ägypten, Pharaonen
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Feste

Der ägyptische religiöse Kalender kannte zahlreiche Feste; häufig bestanden diese in einer Prozession, bei der das Kultbild einer Gottheit von einem Tempel in einen anderen gebracht wurde (wobei sich unterwegs die Möglichkeit zu Orakeln bot). In der Festhalle Thutmosis III. (1479-1425 v. Chr.) in Karnak verzeichnet eine Liste 54 Festtage in einem Jahr. Ein ähnlicher Text im Totentempel Ramses' III. (1184-1153 v. Chr.) in Medinet Habu listet 60 Feste auf. Zu den wichtigsten nationalen Ereignissen dieser Art gehörten das Neujahrs-Fest, das Fest des Sokar, das Fest des Erhebens des Himmels und das Fest der Töpferscheibe, doch gab es daneben auch viele rein lokale Feste, die mit den kleineren Provinztempeln verknüpft waren.
Zwei der bekanntesten alljährlich stattfindenden religiösen Ereignisse waren das Opet-Fest und das Schöne Fest vom Wüstental, die beide ab der frühen 18. Dynastie in Theben gefeiert wurden. Beim „Tal-Fest“ wurden die Kultstatuen der thebanischen Triade (Amun, Mut und Chons) in einer Prozession von Karnak in das auf dem anderen Nilufer fast genau gegenüberliegende Deir el-Bahri geleitet. Eine spätere Version dieses Festes hatte eine längere Prozessionsroute, die einen der Totentempel einschloss, welche den Fruchtlandrand auf dem West-Ufer säumten. Ein ähnliches Fest verband den Luxor-Tempel mit dem Tempel Thutmosis' III./Hatschepsuts in Medinet Habu (der in nordöstl. Richtung unmittelbar dem Totentempel Ramses' III. vorgelagert ist).
Das Opet-Fest fand ebenfalls jährlich statt (im 2. Monat der achet-Jahreszeit) und dauerte zunächst zwei, später dann vier Wochen. Hauptereignis dieses Festes war der rituelle Auszug der Götterbilder aus Karnak nach Luxor, der auf den Wänden der von Amenhotep III. (1390-1352 v.Chr.) erbauten und von Tutanchamun (1336-1327 v. Chr.) dekorierten Säulenkolonnade in Luxor dargestellt ist. Genaugenommen verdankt der Luxor-Tempel seine Entstehung nicht zuletzt der Notwendigkeit, einen angemessenen architektonischen Rahmen für das Opet-Fest zu schaffen.
Die Götterbilder wurden ursprünglich in ihren heiligen Barken auf dem Landweg nach Luxor getragen - über eine von Sphingen gesäumte Strasse mit „Barkenstationen“ oder „Stationskapellen“, in denen die Barken unterwegs kurzzeitig abgesetzt wurden. In der späten 18. Dynastie wurden die Kultbilder dann in mehreren Zeremonialbooten auf dem Nil nach Luxor und wieder zurück gebracht. Mit diesem Fest sollte die geschlechtliche Vereinigung zwischen Amun und der Mutter des regierenden Königs gefeiert werden, dank derer diese den königlichen Ka (spirituelles Wesen oder Doppelgänger) gebären konnte. Am Höhepunkt des Festes begab sich der König in das Allerheiligste, damit seine leibliche Gestalt sich mit der ewigen Form des Ka vereinige und er danach den Tempel als Gott verlassen konnte.
Dem „Fest- und Opferkalender“ von Medinet Habu zufolge mussten bei solchen Festen grosse Mengen von Brotlaiben bereitgestellt werden: Die Zahl variierte zwischen 84 bei einem normalen monatlichen Fest und fast 4000 beim Sokar-Fest. Jedes Fest schloss deshalb eine Zeremonie ein, die als „Opferumlauf“ bekannt war und die die anschliessende Verteilung der zusätzlichen zum Tempel gebrachten Lebensmittelopfer an die Massen beinhaltete.


 

 

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