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Altes Ägypten, Pharaonen
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Fayence

Keramisches Material aus Quarzsplitt oder Quarzsand, mit kleinen Mengen Kalk und Pflanzenasche oder Natron versetzt. Diese Kernsubstanz wird gewöhnlich mit einer leuchtend hellblauen oder grünenSoda-Kalk-Kieselerde-Glasur überzogen. Fayence war von der prädynastischen Zeit bis in die islamische Epoche in Gebrauch; zu den typischen Produkten zählen kleine Figuren und Amulette, architektonische Ornamente und Intarsien, Gefässe und Grabbeigahen wie Uschepti-Figuren.
Die Ägypter kannten das Material als tjehenet, was wörtl. „glänzend“ oder „funkelnd“ bedeutet. Wie das im Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.) eingeführte Glas diente Fayence wohl hauptsächlich dazu, (Halb-)Edelsteine wie Türkis und Lapislazuli nachzuahmen. Blau und grün sind zwar die häufigsten Farben, doch liessen sich auch viele andere Farbtöne erzielen, und polychrome Stücke waren zu bestimmten Zeiten sehr beliebt, nicht zuletzt während des Neuen Reiches, als kunstvolle Intarsien und Schmuckstücke entstanden. Gelegentlich trug man auf monochrome Stücke mit Mangan eine schwarze Dekoration auf.
Die Technik der Fayence-Herstellung entwickelte sich möglicherweise aus dem Glasurverfahren für Quarz- und Steatitsteine. Eigentlich müsste man das Material „ägyptische Fayence“ nennen, um es von der ab dem späten Mittelalter zunächst im italienischen Faenza hergestellten zinnglasierten Tonware zu unterscheiden. Weil die leuchtenden Farben des ägyptischen Materials frühe Ägyptologen an europäische „Fayence“ erinnerten (die heute richtiger „Majolika“ genannt wird), verwendeten sie den etwas irreführenden Begriff.
Die Rohmaterialien wurden mit Wasser vermischt und die so entstandene Masse dann mittels Tonformen oder von Hand modelliert. Schwierige Formen wurden manchmal aus halbgetrockneten Grundkernen herausgearbeitet, so dass bei Bedarf sehr feine Stücke geschaffen werden konnten. Viele hundert Tonformen für die Herstellung von Ringen, Amuletten und anderen Fayence-Gegenständen sind erhalten, v. a. aus städtischen Gebieten wie El-Amarna und Qantir.
Für das Glasieren gab es drei Verfahren. Das erste war die „Effloreszenzmethode“, bei der die Glasursubstanz mit dem Quarzkern vermischt wurde und auf dessen Oberfläche auskristallisierte, während das Stück trocknete; beim Brennen schmolz dieser Überzug und wurde zur Glasur. Die zweite Methode war die „Glasuraufschwemmung“, bei der der Fayence-Körper in Glasurpulver eingehüllt wurde, das sich beim Brennen mit dessen Oberfläche verband. Das fertige Stück wurde dann vom überschüssigen Pulver befreit, das mühelos entfernt werden konnte. Bei der dritten Methode, bekannt als „Selbstglasierungsverfahren“, wurde das Objekt mit einem Glasurbrei (oder mit dem Pulver des Glasurmaterials) überzogen und dann gebrannt.


 

 

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