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Altes Ägypten, Pharaonen
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Dualität

Die Ägypter glaubten, Einheit bestehe aus zwei einander ergänzenden Teilen. Deshalb trug auch der König eines geeinten Ägypten noch den Titel „Herr der beiden Länder“ (neb tawi) und „der zur Binse und zur Biene Gehörige“ (nesw biti). In ähnlicher Weise war das Land in das schwarze Land (kemet) und das rote Land (descheret) bzw. in den O (das Reich der Lebenden) und den W (das Reich der Toten) aufgeteilt. Himmel und Erde waren zwar getrennt, doch zusammen bildeten sie die einander ergänzenden Hälften des erschaffenen Kosmos, während jenseits dieser Grenzen das „Noch-nicht-Erschaffene“ war, das Chaos, aus dem Menschen und Götter hervorgegangen waren.
Diese Dualität findet sich auf vielen Ebenen des Denkens und der Symbolik, so dass es Götter von Oberägypten und Unterägypten und Götter der Lebenden und der Toten gibt. Der mythische Kampf zwischen Horus und Seth galt im wesentlichen als der universale Kampf zwischen Gut und Böse, als der Triumph des Lichtes über die Dunkelheit und der Sieg der Ordnung über das Chaos. Pragmatischer formuliert, das Königtum (personifiziert im Gott Horus) und die geordnete Bürokratie wurden für stärker gehalten als die Mächte der Anarchie.


 

 

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