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Siedlungsstätte im östl.
Delta auf einer Fläche von etwa 2 km, auf einem natürlichen, teilweise von
einem See umgebenen Hügel gelegen. lm Verlauf der seit 1966 durchgeführten
Grabungen stiess man auf mehrere Siedlungsschichten, die von der 1. bis in
die 2. Zwischenzeit (2181-1550 v. Chr) reichen. Zudem gibt es beträchtliche
Reste aus der Ramessidenzeit (um 1295-1069 v. Chr.); in dieser späteren
Siedlungsphase breitete sich die Stadt Piramesse (deren Kerngebiet
allerdings weiter nördl., in Qantir, lag) bis in das Stadtgebiet von Dab`a
hinein aus.
Während der 2. Zwischenzeit war die Hyksos Hauptstadt Auaris praktisch eine
asiat. Kolonie in Ägypten, und Manfred Bietaks Ausgrabungen legen nahe, dass
den Kolonisten rechteckige Bodenflächen zugewiesen wurden, die in Anlage und
Ausrichtung gelegentlich noch vom Stadtgrundriss des vorangegangenen
Mittleren Reiches beeinflusst waren. Häuser wie Friedhöfe wurden - zuweilen
in enger Nachbarschaft - innerhalb der zugewiesenen Flächen angelegt. Die
Auswertung tiefreichender Schichten in Dab`a gibt Aufschluss über wechselnde
Siedlungsstrukturen einer grossen bronzezeitl. Gemeinschaft über mehrere
Generationen hinweg.
Anfang der 90er Jahre des 20.Jh. konzentrierten sich die Grabungen auf das
Fundament eines grossen Palastgebäudes aus der Hyksos-Zeit in Ezbet Helmi am
W Rand der Stadt. 1991 entdeckte man zahlreiche Fragmente minoischer Fresken
in dem Schutt, der die an den Palast angrenzenden Gärten bedeckte. Mehrere
dieser Fragmente stammen von Wandmalereien, die „Stierspringer“ darstellen,
ähnlich jenen im Palast von Knossos aus der mittleren Bronzezeit. Während
die schon früher in Ägypten aus Fundstätten des Neuen Reiches geborgenen
minoischen und mykenischen Tongefässe allgemein als Beleg für
Handelsbeziehungen mit der Ägäis gelten, lassen die minoischen Fresken in
Dab`a vermuten, dass zur Bevölkerung von Auaris tatsächlich auch Familien
aus der Agäis zählten. Es wurde sogar die Ansicht geäussert, die häufige
Verwendung eines rot gemalten Hintergrundes könne bedeuten, dass die
minoischen Fresken von Dab`a älter seien als die von Kreta und Thera
(Santorin). Die Existenz minoischer Malereien (und damit vermutlich auch
minoischer Künstler) in einer ägyptischen Stadt kann vielleicht helfen, das
Auftauchen ägäischer Motive wie das des „fliegenden Galopps“ (d. h. der
Darstellung von Tieren, deren Vorder- und Hinterbeine in vollem Lauf
gestreckt sind) in der äg. Grabmalerei der frühen 18. Dyn. zu erklären.
Ähnliche Fragmente minoischer Malerei wurden an zwei Orten in der Levante (Kabri
und Alalach) gefunden, wo sie, wie in Auaris, offenbar ebenfalls mit der
herrschenden Elite verbunden waren.
In einer der Schichten aus der frühen 18. Dyn. in Ezbet Helmi entfleckte
Bietak unmittelbar über den Schichten mit den Freskenfragmenten viele
Bimssteinbrocken, die vom Vulkanausbruch auf der Insel Thera herrühren
könnten. |