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Altes Ägypten, Pharaonen
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Chronologie

Die Chronologie moderner Ägyptologen verknüpfen drei grundlegende Methoden:

 

Erstens Methoden der „relativen“ Datierung wie stratigraphische Grabungen oder die von Flinders PETRIE 1899 eingeführte „Staffeldatierung“ von Artefakten.

 

Zweitens sog. „absolute“ Chronologie, die auf antiken Texten entnommenen kalendarischen oder astrologischen Angaben basieren,

 

und schliesslich die „radiometrischen“ Methoden (insbes. die Radiokarbon-und Thermolumineszenzdatierung), mit deren Hilfe bestimmte Arten von Artefakten oder organisches Material durch Messung der radioaktiven Strahlungsintensität datiert werden können.
 

Die alten Ägypter datierten wichtige politische und religiöse Ereignisse nicht nach der Anzahl von Jahren, die seit einem bestimmten, festgelegten Zeitpunkt in der Geschichte vergangen waren (wie Christi Geburt in den modernen Kalendern der westl. Welt), sondern gaben an, in welchem Regierungsjahr des jeweils herrschenden Königs sie stattfanden. Typische Datumsangaben sahen also so aus: „Tag drei des zweiten Monats der peret-Jahreszeit im dritten Jahr des Mencheperra [Thutmosis III.]“. Die Situation ist jedoch etwas verworren, weil sich die Angaben in der als Palermostein bekannten Königsliste aus der 5. Dyn. offenbar auf alle zwei Jahre durchgeführte Viehzählungen (besbet) beziehen und nicht auf die Regierungsjahre des Königs, weshalb man die Anzahl der angegebenen „Jahre“ verdoppeln muss, um auf die tatsächlichen Regierungsjahre zu kommen.
Die Namen und relativen Daten der verschiedenen Herrscher und Dynastien zog man aus einer Reihe schriftlicher Quellen. Diese reichen von der Aegyptiaca, einer vom äg. Priester Manetho im frühen 3. Jh. V. Chr. erstellen Geschichte, bis zu den viel älteren Königslisten, die hauptsächlich auf den Wänden von Gräbern und Tempeln angebracht, aber auch auf Papyrus (so im Turiner Königspapyrus) geschrieben oder (wie die Liste im Wadi Hammmat) in abgelegene Wüstenfelsen geritzt wurden. Es wird allgemein angenommen, dass auch Manetho solche Königslisten als Quellen benutzte.
Die „traditionellen“ absoluten Chronologien stützen sich meist auf verzweigte Verbindungen von Textbezügen, die Elemente wie Namen, Daten und genealogische Informationen zu einem umfassenden historischen Gerüst unterschiedlicher Zuverlässigkeit vernetzen. Die „Zwischenzeiten“ haben sich als besonders schwierig erwiesen, u. a. deshalb, weil damals mehr als ein Herrscher oder eine Dynastie in verschiedenen Landesteilen gleichzeitig regierten. Die erhaltenen Berichte, die Angaben über den heliakischen Aufgang des Hundssterns Sirius überliefern, dienen gleichermassen als Stütze für die Rekonstruktion des äg. Kalenders und als seine wesentliche Verbindung mit der Chronologie insgesamt.
Das Verhältnis zwischen der kalendarischen und der radiometrischen Zeitbestimmung war in der Vergangenheit relativ ambivalent. Seit den späten 40er Jahren des 20. Jh., als eine Reihe äg. Artefakte als Bezugspunkte dienten, an Hand derer die Zuverlässigkeit der neu eingeführten Radiokarbondatierung überprüft werden sollte, setzt sich der Konsens durch, dass die beiden Systeme weitgehend übereinstimmen. Das Hauptproblem ist jedoch, dass die herkömmliche kalendarische Zeitbestimnnmg, was sonst auch ihre Schwächen sein mögen, praktisch immer eine geringere Datierungsunsicherheit aufweist als die Radiokarbondatierung, die Daten notwendigerweise in einer grösseren Bandbreite (d. h. mit einer oder zwei Standardabweichungen) angibt und die Errichtung eines Gebäudes oder die Herstellung eines Gegenstandes nie auf ein bestimmtes Jahr (oder auch nur Jahrzehnt) festlegen kann. Andererseits hat die Vorgeschichtsforschung in Ägypten sehr von der Anwendung der Radiokarbonmethode profitiert, da sie zuvor auf relative Altersbestimmung angewiesen war. Dank radiometrischer Verfahren konnten nicht nur Petries Staffeldatierungen in ein Gerüst absoluter Daten (wie ungenau sie auch sein mögen) eingeordnet, sondern auch die Chronologie auf die frühere neolithische und paläolithische Zeit ausgedehnt werden.


 

 

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