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Schöpfergott, meist in
Gestalt des Skarabäus oder Mistkäfers, in Grabmalereien und -papyri zuweilen
aber auch als Mann mit einem Skarabäus als Kopf oder als Skarabäus in einem
von Nun hochgehaltenen Boot dargestellt. Im Grab des Petrosiris in Tuna
el-Gebel (um 300 v. Chr.) trägt er die Atef-Krone des Gottes Osiris.
Da die Agypter beobachteten, wie die Mistkäfer, scheinbar ganz aus sich
selbst entstanden, aus Dungkugeln hervorkrabbelten, ist es vielleicht nicht
verwunderlich, dass sie den Käfer mit dem Schöpfungs-Vorgang selbst in
Verbindung brachten. Chepri ist bereits spätestens seit der 5. Dyn.
(2494-2345 v. Chr.) belegt, wo ein Spruch der Pyramidentexte die Sonne
beschwor, in ihrem Namen als Chepri zu erscheinen. Chepri bedeutet wörtl.
übersetzt „der Entstehende“. Weil er aus sich selbst entstand, wurde er mit
dem Schöpfergott Atum gleichgesetzt, und weil man glaubte, die Sonne werde
bei ihrem Lauf von O nach W gleich einer Dungkugel über das Firmament
geschoben, wurde er auch mit dem Sonnengott Ra gleichgesetzt. Man glaubte
auch, dass Chepri., als eng mit der Auferstehung assoziierte Gottheit, jeden
Abend von seiner Mutter Nut verschluckt werde und ihren Körper durchlaufe,
um jeden Morgen neu geboren zu werden. In Kap. 83 des Totenbuches erscheint
er in dieser Gestalt: „Ich bin als Urzeitlicher aufgeflogen, ich bin als
Chepri entstanden“.
Ab dem Mittleren Reich (2055-1650 v. Chr.) wurden Skarabäus-Amulette in
riesigen Mengen hergestellt. Auch gilt es als wahrscheinlich, dass
ursprünglich jeder Tempel einen kolossalen steinernen Skarabäus auf einem
Podest beherbergte, Symbol für den Tempel als Urhügel, dem der Sonnengott
entstieg, um den Prozess der Weltentstehung einzuleiten. Ein solcher
Skarabäus ist noch in situ erhalten, und zwar am heiligen See des
Amun-Tempels von Karnak. |