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König der späten 2.
Dynastie, dessen Regierungszeit von besonderer Bedeutung ist, da er der
letzte abydenische Herrscher war. Die Regierungszeit Djosers (vielleicht
sein Sohn) war geprägt von der Verlegung der Macht nach Memphis, der
Einführung von Steinbauten grossen Stils und der Verlegung des offiziellen
Bestattungsortes der Könige auf einen neuen Königsfriedhof in Saqqara. Eine
der Gemahlinnen des Chasechemui, Nimaathap, wurde später als Stammutter der
3. Dynastie (2686-2613 v. Chr.) verehrt.
Der Name Chasechemui wurde für gewöhnlich in einer „Palastfassade“, dem
Serech, geschrieben, die neben dem üblichen Horusfalken ein Seth-Tier
krönte. Da der Serech seines Vorgängers Peribsen nur ein Seth-Tier aufwies,
wurde vermutet, dass Chasechemuis Herrschaft nach unruhigen Zeiten unter
seinem Vorgänger eine Rückkehr zu religiöser (und vielleicht auch
politischer) Normalität darstellte. Wahrscheinlich ist dies jedoch eine
allzu historische Erklärung für etwas, das im wesentlichen ein
ikonographisches Phänomen gewesen sein dürfte. Bei der Diskussion über die
politischen Ereignisse am Ende der 2. Dynastie geht es z.T. um die Frage, ob
dem Mythos vom Kampf zwischen Horus und Seth irgendwelche historischen
Vorkommnisse zugrunde lagen. Noch komplizierter schien das Puzzle durch die
Existenz des Namens Chasechem zu werden, den man einem weiteren Herrscher
zuschrieb, der zwischen Peribsen und Chasechemui regierte. Heute gilt der
Name jedoch allgemein als alternative Schreibung für Chasechemui.
Die wichtigsten erhaltenen Monumente aus der Regierungszeit des Chasechemui
sind Grab V auf dem frühdynastischen Friedhof von Umm el-Qa^ab und Schunet
el-Zebib, beide in Abydos, sowie das sogenannte „Fort des Chasechemui“ von
Hierakonpolis. Zwei Statuen des Königs und ein Türpfeiler aus Granit, der
seinen Namen und eine Darstellung der Gründungszeremonie beim Bau eines
Tempels trägt, dekorierte Steingefässe mit Darstellungen der Göttin Nechbet
und ein Stelenfragment kamen bei Grabungen im frühdynastischen Tempel in
Hierakonpolis zutage. Die Darstellungen erschlagener Feinde auf den beiden
Statuen wurden als Belege für militärische Aktivitäten während seiner
Herrschaft gewertet.
Sein fast 70 m langes Grab ist nicht nur das letzte Königsgrab in Friedhof B
von Umm el-Qa'ab, sondern auch das grösste und ungewöhnlichste: Der von 33
Vorratsräumen für Totenopfer flankierte zentrale Gang im Unterbau stösst auf
eine steinverkleidete Grabkammer, hinter der der Gang, flankiert von 10
weiteren Magazinen, weiterführt.
Schunet el-Zebib, ein riesiger, von einer doppelten Lehmziegelumwallung
umgebener Grabbezirk am Rand der Wüste, ist das am besten erhaltene Beispiel
vergleichbarer Anlagen, die alle von in Friedhof B bestatteten Herrschern
errichtet wurden. Sie gelten als die Vorläufer der Taltempel der
Pyramidenkomplexe. Das „Fort“ von Hierakonpolis, eine ebenfalls am Rande der
Wüste errichtete Einfriedung, gilt heute allgemein als ein mit Schunet
el-Zebib vergleichbarer Totenkomplex, auch wenn die dürftigen
Ausgrabungsmethoden von Emile Amélineau in den Jahren 1897-99 und 1905 eine
genauere Bestimmung seiner Funktion verhindert haben. |