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Altes Ägypten, Pharaonen
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Beduinen

Nomadisches Hirtenvolk in N- und Mittelarabien sowie der östl. Wüste Ägyptens, wo seine Nachkommen noch heute leben. Den alten Beduinen der Arab. Halbinsel schreibt man die Zähmung des arab. einhöckerigen Kamels am Ende des 2. Jt. v. Chr. zu, doch die frühesten Belege für das domestizierte Kamel im Niltal stammen aus dem 9. Jh. v. Chr.
Organisierte Staaten haben sich durch Nomadenvölker immer bedroht gefühlt, und die Ägypter bildeten keine Ausnahme. Sie kannten die Beduinen als Schasu oder heriwscha („Sandbewohner“), und über Kämpfe gegen sie wird bereits zur Zeit des Wenis (2375-2345 v. Chr.) berichtet, der sie auf dem Aufweg zu seiner Grabanlage in Saqqara darstellen liess. In der 1. Zwischenzeit drangen sie in Teile des Deltas ein; zwar wurden sie wieder vertrieben, doch bereiteten sie weiterhin Probleme. Unter Amenemhat I. (1985-1955 v. Chr., 12. Dyn.) bedrohten sie die Türkis-Minen von Serabit el-Chadim im Sinai; obwohl sie zurückgeschlagen wurden, bildeten sie weiterhin eine so grosse Bedrohung, dass unter Amenemhat III. (1855-1808 v. Chr.) Verteidigungsanlagen zum Schutz des Ortes gebaut wurden.
Auch die militärische Stärke des Neuen Reiches schreckte die Beduinen nicht ab, und Thutmosis II. (1492-1479 v. Chr.) war gezwungen, weit über Ägyptens Grenzen hinaus gegen sie zu Felde zu ziehen. Wie schon zuvor, brachte dies keine langfristige Lösung des Problems, und seine Nachfolger, die kriegerischen Pharaonen Thutmosis III. und Amenhotep II., mussten erneut Truppen gegen sie in Marsch setzen. Die Lebensweise der Beduinen machte ihre Ausrottung fast unmöglich, da sie immer unterwegs und bereit waren, in die Wüste zu fliehen, wohin ihnen eine konventionelle Armee nicht folgen konnte. Zuweilen, wie unter Sethos I. (1294-1279 v. Chr.), mussten sie von den Brunnen entlang der ägyptischen Wüstenroute durch den Sinai vertrieben werden.
Ihre Vertrautheit mit der Wüste und ihre Fähigkeit, sich mühelos in schwierigem Terrain zu bewegen, machten sie zu wertvollen militärischen Kundschaftern, obschon sie ihre Fähigkeiten nicht unbedingt zugunsten der Ägypter einsetzten. Als Ramses II. (1279-1213 v. Chr.) vor seiner Schlacht gegen die Hethiter bei Qadesch zwei Beduinen gefangennahm, sollen diese ihn in die Irre geführt haben, indem sie ihn glauben machten, der Feind sei noch weit entfernt, was dem Pharao beinahe zum Verhängnis wurde. Beduinen waren es auch, die Kambyses und seine persische Armee bei ihrer erfolgreichen Invasion Ägyptens (525 v. Chr.) durch die Wüsten des Sinai führten.


 

 

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