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Altes Ägypten, Pharaonen
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Barke, Barkenschrein

Da die Hauptverkehrsader des alten Ägypten der Nil war und das Schiff das naheliegendste Transportmittel, musste die „Barke“ vielleicht zwangsläufig zum offiziellen Beförderungsmittel werden, mit dem äg. Götter von einem Heiligtum zum nächsten gebracht wurden. Diese Götter-Barken sahen aus wie Nilboote, waren aber im Unterschied zu diesen an Bug und Heck mit der Ägis des entsprechenden Gottes geschmückt und hatten an Stelle des Kajütenaufbaus einen Naos mit dem Kultbild der Gottheit. So war etwa die Barke des Amun vorne und hinten mit einem Widderkopf verziert.
Diese Barken wurden gewöhnlich im Hauptsanktuar des Tempels aufbewahrt, entweder auf einem Sockel vor dem Naos, wie im Horus-Tempel von Edfu, oder in einem Barken-Schrein, wie in den Tempeln von Karnak und Luxor. Oft standen drei derartige Schreine in einer Reihe, einer für jedes Mitglied der göttlichen Triade. Die Barken selbst waren massstabgetreue Modelle echter Schiffe, und auf Abbildungen ist oft zu sehen, wie sie, an Stangen befestigt, von Priestern bei Festen oder Prozessionen auf den Schultern getragen wurden. Neben den Hauptschreinen in den Tempeln gab es auch kleine Barken-Sanktuare entlang der Prozessionswege, meist als „Ruheplatz“ oder Stationsheiligtum“ bezeichnet.
Bei den Festen des Amun in Theben, so beim Talfest und beim Opet-Fest, wurden diese Modell-Barken auf reichgeschmückte Flussschiffe gebracht, um auf diesen ihre Reise zum thebanischen West-Ufer bzw. zum Luxor-Tempel anzutreten. Auf ähnliche Weise reiste die Barke der Hathor aus dem Tempel der Göttin in Dendera zum Horus-Tempel in Edfu, um dort das „Fest der schönen Begegnung“, eine göttliche Vereinigung, zu feiern.
Eine Sonderform des Ritualboots im Totenkult, deren Ursprünge mindestens in die 1. Dynastie in Abydos und Saqqara zurückreichen, ist die Sonnenbarke, die vielleicht den Verstorbenen durch die Unterwelt tragen sollte. Das am besten erhaltene Exemplar ist die Sonnen-Barke des Cheops in Gisa, die in einer Grube neben der Pyramide entdeckt und inzwischen vor Ort rekonstruiert wurde.


 

 

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