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Altes Ägypten, Pharaonen
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Apis (Apis-Stier; altägyptisch Hep)

Heiliger Stier, der als Ba (physische Manifestation) oder „Mittler“ des Gottes Ptah fungierte. Sein Hauptheiligtum befand sich deshalb im Bereich des Ptah-Tempels von Memphis, in der Nähe der freigelegten „Balsamierhalle“ des Apis. Im Unterschied zu anderen heiligen Tieren war der Apis immer ein einzelnes Tier, das aufgrund charakteristischer Merkmale ausgewählt wurde. Dem griechischen Historiker Herodot zufolge war der durch einen Blitz gezeugte Apis schwarz mit einem weissen, auf die Spitze gestellten Dreieck auf der Stirn, weissen Flecken in Gestalt eines Geiers auf dem Rücken, zweigeteilten Schwanzhaaren und einem skarabäusförmigen Mal unter der Zunge.
Der Apis-Kult reicht vermutlich bis in die Anfänge der ägyptischen Geschichte zurück, auch wenn Manetho, der ptolemäische Historiker, seinen Ursprung in der 2. Dynastie sieht. Der Stier war eng mit dem Pharao verknüpft, denn beide waren Manifestationen eines Gottes, die bei ihrer Amtseinführung gekrönt wurden. Wie der König, hatte der Apis sein eigenes „Erscheinungsfenster“, und zumindest seit der Spätzeit galt er als Orakel-Gott. Ab der 22. Dynastie wurde der Stier auf Privatsärgen abgebildet, gleichsam als Begleiter und Beschützer des Verstorbenen auf seinem Weg. westwärts ins Grab oder ostwärts (vermutlich zu einem neuen Leben).
Beim Tod eines jeden Apis herrschte Staatstrauer, und der einbalsamierte Leichnam wurde auf der Prozessionsstrasse von Memphis nach Saqqara überführt, wo er in einem Granitsarkophag in den als Serapeum bekannten unterirdischen Katakomben beigesetzt wurde, die spätestens seit dem Neuen Reich in Betrieb waren. Herodot zufolge verhöhnte Perserkönig Kambyses (525-522 v. Chr.) den Kult und liess den damaligen Apis töten, doch wurde die Vermutung geäussert, dass mit dieser Geschichte u.U. nur die Perser diskreditiert werden sollten, denn ihr widerspricht eine Textquelle, die von einer von Kambyses selbst geleiteten Apis-Bestattung berichtet.
Aufgrund der göttlichen Natur der Geburt der Apis-Stiere wurden ihre Mütter als Erscheinungsformen der Göttin Isis verehrt. Ihnen wurde, im „Iseum“ (oder „Apis-Mütter“-Katakombe) eine ähnliche Bestattung zuteil wie ihren Nachkommen; dabei handelte es sich um eine nördl. von Saqqara gelegene, 1970 von Bryan Emery ausgegrabene Reihe von Galerien. Die „Apis-Kälber“ wurden ebenfalls zeremoniell bestattet, ihre Katakomben sind, wie die Apis-Galerien aus der frühen Pharaonenzeit, jedoch noch nicht gefunden worden.
Nach seinem Tod wurde der Apis mit Osiris identifiziert und als die synkretistische Gottheit Osiris-Apis oder Osorapis verehrt. In der frühptolemäischen Periode wurde der Kult des Sarapis eingeführt, in dem Züge der griech. Götter Zeus, Helios, Hades, Dionysos und Asklepios mit jenen des Osorapis verschmolzen.


 

 

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