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Altes Ägypten, Pharaonen
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Amulett

Bezeichnung für kleine Schutzgegenstände, wie sie bei den Ägyptern und anderen antiken Völkern beliebt waren. Die Ägypter nannten diese Gegenstände meket, nehet oder Sa (wobei sich alle diese Namen von Verben mit der Bedeutung „schützen“ herleiten), doch wurde auch der Begriff wedja („unversehrt sein“) verwendet. Sie sollten ihrem Träger nicht nur Schutz gewähren, sondern ihn auch mit bestimmten Eigenschaften ausstatten; so sollten z. B. Stier und Löwe möglicherweise Wildheit bzw. Kraft verleihen. Während der 1. Zwischenzeit (2181-2055 v. Chr.) dienten auch Körperteile, die vielleicht als Ersatz für tatsächlich verlorene oder verletzte anatomische Teile galten, als Amulett. Allerdings erhielt nur (das Herz-Amulett grundlegende Bedeutung. Amulette stellten oft heilige Gegenstände und Tiere dar, ab dem Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.) auch Götter und Göttinnen, und zwar nicht nur Reichsgötter oder mächtige Ortsgottheiten, sondern auch „Hausgötter“ wie Bes und Taweret. Die Bandbreite von Grab-Amuletten erweiterte sich ab der Saitenzeit (664-525 v. Chr.) beträchtlich.
Amulette konnten aus Stein, Metall, Glas oder, wie meist, aus Feyence sein; die Materialien wurden aufgrund ihrer angenommenen magischen Eigenschaften ausgewählt. Bestimmte Kombinationen von Material, Farbe und Form waren in der Totenliteratur schon ab der 5. Dyn. für bestimmte Amulette vorgeschrieben, doch wurden erkennbare Amulett-Typen bereits ab der Badari-Kultur (um 5500-4000 v. Chr.) hergestellt. Die Namen verschiedener A.-Formen kennen wir aus einer Reihe von Textquellen, v. a. dem Papyrus MacGregor.
Eine grobe Unterscheidung lässt sich zwischen jenen A. treffen, die im Alltag getragen wurden, damit der Träger auf magische Weise von ihm evtl. drohenden Gefahren und Krisen verschont werde, und jenen, die ausdrücklich dazu dienten, die Mumie des Verstorbenen zu schmücken. Zur zweiten Kategorie gehören auch Totengottheiten wie Anubis, Serket und die Horussöhne, doch finden sich (seltsamerweise) selten Figuren von Osiris, dem Gott der Unterwelt. Das Totenbuch enthält mehrere Sprüche mit erläuternden Vignetten, die vorgeschriebenen Amuletten magische Kräfte verleihen; bestimmte A. wurden an bestimmten Stellen in die Mumienbinden gelegt, und Grabpapyri aus der Spätzeit enden zuweilen mit Bildern, die für jedes A. die richtige Position am Körper zeigen.
Viele A. stellten abstrakte Begriffe in Form von Hieroglyphen dar, wie etwa im Fall des Anch („Leben“) und des Djed-Pfeilers („Dauer“, „Stabilität“). Zu den Amulett-Formen gehörten auch Tit-Knoten („Isisblut“), Was-Zepter, achet („Horizont“) und Udjat-Auge.


 

 

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