|
Pharao der späten 26.
Dynastie., ursprünglich unter Psammetich II. (595-589 v. Chr.) General in
Nubien. An die Macht kam er nach seinem Sieg über Apries (589-570 v. Chr.)
in der „Schlacht von Momemphis“, die - einer schwer beschädigten Stele
zufolge - in der Nähe von Terana am kanopischen Nilarm stattgefunden haben
könnte.
Amasis wurde auf Verlangen des Volkes zum Pharao ausgerufen, als man Apries
die Schuld für die Niederlage seiner Truppen im Kampf gegen dorische Siedler
gab. Dem griech. Historiker Herodot zufolge nahm Amasis Apries gefangen und
hielt ihn anfangs im Palast von Sais fest; später heisst es, er habe
zugelassen, dass Apries erwürgt wurde, ihm schliesslich aber offenbar doch
eine vollständige kgl. Bestattung zugestanden.
Auch wenn Amasis den Einsatz griech. Söldner weiterhin für geboten hielt,
handelte er politisch klüger als seine Vorgänger: Er zeigte sich
nationalistisch und beschränkte die Aktivitäten griech. Kaufleute auf die
Stadt Naukratis im Delta, wo sie besondere Wirtschafts- und
Handelsprivilegien erhielten. Nach einer späteren Überlieferung soll er
Apries' Tochter mit dem Perser-König verheiratet haben, um dessen Plänen in
bezog auf Ägypten zuvorzukommen, doch scheint dies unwahrscheinlich. Durch
die Eroberung von Teilen Zyperns gewann er die Kontrolle über die zyprische
Flotte, die er zur Unterstützung seiner Verbündeten in deren Kämpfen gegen
die Perser einsetzte. Seine freundschaftliche Politik Griechenland gegenüber
bezog auch die Finanzierung des Wiederaufbaus des Apollon-Tempels in Delphi
nach dessen Zerstörung im Jahr 548 v. Chr. ein, eine Tat, die ihm den
Beinamen „der „Griechenfreund“ einbrachte.
Herodot beschreibt ihn als allgemein beliebten Herrscher aus bescheidenen
Verhältnissen, dem eine derart ausgeprägte Trinkfreudigkeit nachgesagt wird,
dass er schon einmal Staatsgeschäfte zurückstellte, um an einem Trinkgelage
teilzunehmen. Am Ende seiner langen, erfolgreichen Regierungszeit folgte ihm
sein Sohn Psammetich III. (526-525 v. Chr.) auf den Thron, dessen Herrschaft
etwa sechs -Monate später durch die Invasion des neuen pers. Herrschers
Kambyses abrupt enden sollte.
Nur wenige Skulpturen, die Amasis darstellen, sind erhalten, und Kambyses
liess offensichtlich seinen Namen von vielen seiner Monumente tilgen. Auch
die von ihm in Sais, Buto, Memphis und Abydos errichteten Bauten sind in
schlechtem Zustand; obwohl sein Grab im Tempelbezirk von Sais bereits in der
Antike geplündert wurde, ist eine Reihe seiner Uschebtis erhalten. |