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Altes Ägypten, Pharaonen
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Amarna-Briefe

Bedeutender Dokumentenfund aus El-Amarna, 1887 von einer Bäuerin beim Graben nach antiken Lehmziegeln entdeckt, die die Dorfbewohner als Dünger verwenden. Der Fund führte zu weiteren illegalen Grabungen und dem Auftauchen einer Reihe von Keilschrift-Tontafeln im Antiquitätenhandel. Ihre Bedeutung wurde nicht sofort erkannt, und viele gingen in Privatbesitz über. Im Unterschied zu anderen hielt Wallis Budge vom Britischen Museum die Täfeln für echt und erwarb einige; sein Urteil wurde von A. H. Sayce bestätigt. Heute befinden sich die Tafeln im Britischen Museum, im Bodemuseum in Berlin, im Louvre und im Ägyptischen Museum Kairo.
382 Tafeln sind bekannt, die meisten davon stammen aus dem „Briefbüro des Pharaos“, einem heute als „Staatsarchiv“ bezeichneten Gebäude im Zentrum von el-Amarna. Ihre genaue Chronologie ist noch immer umstritten, doch umfassen sie eine Zeitspanne von 15 bis 30 Jahren (je nachdem, wie man die Mitregentschaften interpretiert); die ersten stammen aus der Zeit um das 30. Regierungsjahr Amenhoteps III. (1390-1352 v. Chr.), die letzten aus dem 1. Regierungsjahr Tutanchamuns (1336-1327 v. Chr.), wobei die meisten in die Zeit Echnatons fallen (1352-1336 v. Chr.). Die Mehrzahl ist in einem Dialekt des Akkadischen geschrieben, der damaligen lingua franca, doch sind auch die Sprachen der Assyrer, Hethiter und Hurriter vertreten.
Mit Ausnahme von 32 Tontafeln handelt es sich bei den Dokumenten aus dem Archiv um diplomatische Korrespondenz zwischen Ägypten und entweder den Grossmächten in Vorderasien wie Babylonien und Assyrien oder den Vasallenstaaten Syrien und Palästina. Sie zeichnen ein faszinierendes Bild der Beziehungen zwischen Ägypten und diesen Staaten, obwohl nur sehr wenige Briefe des äg. Herrschers darunter sind. Der Zustand des Reiches unter Echnaton wird mit den zunehmend verzweifelten Hilferufen der belagerten syr.-paläst. Städte eindringlich dokumentiert. Die Briefe gewähren nicht nur Einblick in die damaligen politischen Verhältnisse, sondern beleuchten auch Handelsbeziehungen, diplomatische Eheschliessungen und den Wert bestimmter Waren wie Glas, Gold und das neu eingeführte Eisen, während die unterschiedlichen Formen der Anrede in den Briefen die Stellung des Schreibers gegenüber dem äg. Hof erkennen lassen.


 

 

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