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Altes Ägypten, Pharaonen
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Amarna, (Teil) el(altägyptisch Achetaton)

Von Pharao Echnaton (1352-1336 v. Chr.) gegründete Stadt, etwa 280 km südl. von Kairo. Nach einer Besiedlung von nur 20-25 Jahren wurde Echnatons Hauptstadt wieder aufgegeben. Da das Gebiet danach nie mehr bebaut wurde, besitzt Amarna heute den am besten erhaltenen Grundriss einer äg. Siedlung aus dem Neuen Reich mit Tempeln, Palästen und einer Vielzahl aus Nilschlammziegeln erbauter Privathäuser.
Leider dürfte Achetaton („Lichtort des Aton“) aufgrund der besonderen historischen Gegebenheiten wohl kaum typisch für äg. Städte gewesen sein; dennoch ist es von unschätzbarem Wert für das Studium der Organisation städtischen Lebens im Ägypten des 14. Jh. V. Chr. Der Ort insgesamt liegt in einem etwa 10 km langen und maximal 5 km breiten, von steilen Felswänden gesäumten Halbrund; die eigentliche Stadt erstreckt sich über etwa 7 km am O-Ufer des Nils. Die Einwohnerzahl der eigentlichen Stadt Amarna wurde auf 20000-50000 geschätzt.
Ein Grossteil des westl. Stadtbereiches, darunter Häuser, Häfen und der Staatspalast des Königs, ist unter modernen landwirtschaftlichen Anbauflächen verschwunden. Zahlreiche Bauten sind jedoch in der Wüste im O erhalten, samt den Brunnen, Getreidespeichern, Bäckereien und Müllhalden, die über die Grundstruktur von Produktion und Verbrauch in der gesamten Gemeinde Aufschluss geben. Den Stadtkern, wo zeitgenössische Inschriften die Funktion der wichtigsten Bauten benannten, bildete eine Reihe offizieller Gebäude - v. a. Tempel, Palastanlagen und Magazine - mit dem Namen „Insel des Aton, ausgezeichnet an Jubiläen“.
In den drei wichtigsten Wohnvierteln der Stadt (die sog. nördl. und südl. Vorstadt sowie die N-Stadt) fehlt die sorgfältige Planung, wie man sie im Zentrum findet; sie entwickelten sich auf eine Art, die gewöhnlich als „organisch“ bezeichnet wird, d. h. die Zwischenräume zwischen den ersten grossen Häusern wurden nach und nach von kleineren Häusergruppen ausgefüllt. Auch drei kleine Gebiete geplanter Besiedlung gibt es in Amarna: 1. die sog. Beamtenhäuser: ein Block von terrassenförmig angelegten Bauten im Stadtzentrum; 2. die „Arbeitersiedlung“: eine rechteckige, von einer Mauer umgebene Siedlung, verhältnismässig isoliert mehr als einen Kilometer östl. von der eigentlichen Stadt gelegen und 3. das „Steindorf“: ohne Mörtel errichtete zeitweilige Unterkünfte halbwegs zwischen der Arbeitersiedlung und den Felsen.
Zwei Gruppen von (meist unvollendeten) Felsgräbern liegen am nördl. und südl. Ende der die Stadt im O halbkreisförmig umgebenden Wüsenberge; sie wurden für die hohen Beamten der Stadt wie den Priester Panchesi und den Polizeichef Mahu geschaffen. Die geplünderten und verwaisten Gräber Echnatons und seiner Familie, einige Kilometer östl. der steilen Felswände gelegen, wurden in den späten 80er Jahren des 19. Jh. wiederentdeckt.
Während der vergangenen hundert Jahre wurde das Gebiet von einer Reihe von Ausgräbern erkundet, darunter Flinders Petrie, Howard Carter und Leonard Wooleey. Seit den späten 70er Jahren des 20. Jh. hat eine Expedition der Egypt Exploration Society den ersten detaillierten Lageplan des gesamten Gebiets erstellt sowie Teile der Stadt ausgegraben bzw. erneut untersucht, so die Arbeitersiedlung, den kleinen Aton-Tempel und den erst jüngst identifizierten Tempel von Kom el-Nana aus der Amarnazeit.


 

 

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