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Chronologisch gesehen der
Zeitraum der 3. bis 6. Dynastie, in dessen Verlauf die meisten der
königlichen Pyramiden-Anlagen und privaten Mastabas der memphitischen
Nekropole erbaut wurden. Der erste bedeutende Herrscher der 3. Dynastie war
Djoser Netjerichet (2667-2648 v. Chr.), dessen Stufenpyramide noch immer die
Silhouette des nördl. Saqqara beherrscht. Im SW von Djosers Grabbezirk
befindet sich die unvollendete Stufenpyramide seines Nachfolgers Sechemchet.
Die 4. Dynastie begann mit Snofru, der mit nicht weniger als drei Pyramiden
in Verbindung gebracht wird (eine in Meidum, die seinem Vorgänger aus der 3.
Dynastie, Huni, gehört haben könnte, und zwei in Dahschur). Von den nächsten
fünf Herrschern bauten drei (Cheops, Chephren und Mykerinos) ihre Pyramiden
in Gisa, während sich die Grabanlagen von Djedefra und Schepseskaef in Abu
Roasch bzw. Saqqara befinden. Ein sechster, unbekannter König der 4. Dyn.
scheint eine Pyramidenanlage in Zawiet el-Arjan besessen zu haben. Die 4.
Dyn. stellte einen zweifachen Höhepunkt dar: zum einen flossen Staatsmittel
in bisher nie erreichter Höhe in den Pyramidenbau, zum anderen gipfelte der
Kult des Sonnengottes in der Aufnahme des sa Ra-Namens („Sohn des Ra“) in
die Königstitulatur.
Die Herrscher der 5. Dyn. (Weserkaef, Sahura, Neferirkara, Schepseskara,
Raneferef, Niweserra, Menkauhor, Djedkara-lsesi und Wenis) wurden entweder
in Abusir oder Saqqara bestattet; einige der frühen Herrscher dieser Dyn.
erbauten zusätzlich Sonnenheiligtümer, in denen offenbar eine Verschmelzung
von Königskult und Sonnenverehrung stattfand. Trotz der fraglos
eindrucksvollen architektonischen und künstlerischen Leistungen der 4. und
5. Dyn. ist unser Wissen über die intellektuellen und sozialen Entwicklungen
in diesem Zeitraum sehr gering, da nur wenige Dokumente erhalten sind.
Alle Pyramiden und Gräber der Herrscher der 6. Dyn. und ihres Hofstaats
befinden sich in Saqqara. Der grösseren Zahl erhaltener Texte aus dieser
Zeit (insbes. den Pyramidentexten und den Papyri aus Abusir) ist zu
verdanken, dass Religion, Gesellschaft und Wirtschaft des späten Alten
Reiches im Vergleich zu früheren Perioden besser dokumentiert sind. Auch
eine Reihe von „Grab-Autobiographien“ trug dazu bei, dass Aspekte der
politischen Geschichte dieser Zeit versuchsweise rekonstruiert werden
konnten, so etwa die Vorbereitung von militärischen Unternehmungen und
Handelsexpeditionen nach Nubien und Vorderasien. Aufgrund der
Lückenhaftigkeit der schriftlichen Zeugnisse lässt sich indes schwer sagen,
ob die Ereignisse und politischen Situationen für das Alten Reiches
insgesamt typisch waren oder nur für die 6. Dyn.
Das Alte Reich endete mit dem Tod Pepis II., auf den vielleicht noch eine
Königin namens Nitokris (altägyptisch Netiqeret) folgte. Einige Gelehrte
meinen, die 7. und 8. Dyn. hätten weiter von Memphis aus regiert und die
politische Struktur sei während dieser Zeit trotz einer raschen
Aufeinanderfolge von Königen mit extrem kurzen Regierungszeiten relativ
intakt gewesen. Eine Vielzahl von Faktoren scheint beim Niedergang des Alten
Reiches eine Rolle gespielt zu haben; genannt werden u. a. klimatische
Veränderungen (niedrigere jährliche Niederschläge und/oder kleinere
Nilüberschwemmungen), ein möglicher Machtzuwachs der Gaufürsten, deren Ämter
erblich wurden, und ein Einbruch in Grösse und Qualität bei kgl.
Grabmonumenten, was Folge oder Symptom schwindenden kgl. Reichtums und
schwindender kgl. Autorität gewesen sein könnte (zurückzuführen vielleicht
auf die Gewährung zu vieler „Steuerbefreiungen“). |