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Altes Ägypten, Pharaonen
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Alkoholische Getränke

Bier (henket), das verbreitetste alkoholische Getränk, bildete einen wichtigen Bestandteil der ägyptischen Ernährung. Es wurde im Haushalt hergestellt oder von Bierbrauern, wenn es als Zuteilung für Beamte bestimmt war. Das ägyptische Brauverfahren begann mit der Herstellung nur leicht angebackener Gerstenbrote. Sie wurden auf ein Sieb über einem grossen, krugartigen Gefäss gelegt und mit Wasser übergossen, bis sie sich auflösten und die Flüssigkeit in das Gefäss ablief. Die so entstandene Mischung liess man zum Gären an einem warmen Ort stehen. Es wurde auch vermutet, altbackenes Brot könne als Ersatz gedient haben. Jüngste Forschungen von Delwen Samuel haben diese traditionelle Ansicht in Frage gestellt, denn danach sei überhaupt kein Brot verwendet worden. Doch sind Gerste, Emmer oder eine Mischung aus beiden eindeutig in Bierrückständen zu finden. Auch wurden dem Bier oft Zusätze beigegeben, so etwa Datteln, Honig oder Gewürze. Zucker aus Datteln oder Honigbrot konnte die Gärung ebenfalls beschleunigen. Das Bier hatte zwar nicht unbedingt einen sehr hohen Alkoholgehalt, aber einen hohen Nährwert und bildete deshalb einen wichtigen Bestandteil der ägyptischen Ernährung. Im 1. Jh. V. Chr. lobte Diodor die Qualität des ägyptischen Bieres, das nach seinen Worten dem Wein kaum nachstand.
Sowohl Rot- als auch Weisswein (irep) wurden regelmässig getrunken, und zahlreiche Grabmalereien zeigen das Ernten oder Pressen von Trauben; besonders schön sind jene im Grab des Nacht in Theben (TT52). Der Saft wurde in Bottichen zur Gärung aufgefangen und, teilvergoren, in Amphoren abgefüllt, wo er weiter reifte - manchmal mehrere Jahre. Dann konnte er erneut gefiltert und mit Honig oder Gewürzen versetzt werden, ehe er schliesslich in Amphoren abtransportiert wurde. Diese Gefässe haben häufig auf der oberen Gefässwölbung eine Inschrift oder einen Stempelabdruck auf dem Tonsiegel. Oft nennt die Inschrift das Regierungsjahr des Königs, die Weinsorte, den „Weinberg“, den Besitzer und den für die Herstellung Verantwortlichen. Damit erfüllte sie praktisch den gleichen Zweck wie moderne Weinetiketten, und dank der Inschriften ist uns die Lage verschiedener Weinberge bekannt. Das Delta, der westl. Teil der Küste, die Oasen Charga und Dachla und das Gebiet von Kynopolis in Mittelägypten scheinen besonders gute Anbaugebiete gewesen zu sein. Weine konnten auch aus Syrien-Palästina und, später, aus Griechenland eingeführt werden; zudem gab es eine Reihe von Fruchtweinen, die aus Datteln, Feigen und Granatäpfeln hergestellt wurden.
Alkohol wurde oft im Übermass genossen, und eine Reihe von Privatgräbern wie das des Djeserkaraseneb (TT38) sind mit Bankett-Szenen dekoriert, in denen Gäste Anzeichen von Übelkeit zeigen. Auf der Darstellung eines Gastmahls im Grab des Paheri in Elkab sagt ein weiblicher Gast: „Geht mir achtzehn Becher Wein, denn ich will trinken bis zur Trunkenheit, mein Inneres ist wie Stroh.“ Solche Trunkenheit galt als Zeichen für den Überfluss des Festmahls und war deshalb zu fördern.
Der bekannteste mythische Fall von Trunkenheit war der Rausch der Löwengöttin Sachmet in Die Vernichtung des Menschengeschlechts, während der griech. Historiker Herodot berichtet, das Fest der Katzengottheit Bastet sei für seine Trinkgelage berühmt gewesen.

 


 

 

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