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Griech.-röm. Stadt, auf
einer schmalen Halbinsel im westl. Nildelta am Mittelmeer gelegen. Von
Alexander dem Grossen am Ort einer früheren ägyptischen Siedlung namens
Raqote gegründet, von der die bisher einzigen archäologischen Spuren die
vorptolemäischen Hafenmauern im N und W der Insel Pharos sind. Mit der
Planung der Stallt soll Alexander den Architekten Deinokrates und den
Beamten Kleomenes betraut haben, doch wurden die wichtigsten Gebäude erst
unter Ptolemaios II. Philadelphos (285-246 v. Chr.) fertiggestellt.
Während der Ptolemäer- und Römerzeit (um 332 v. Chr. – 395 n. Chr.) war
Alexandria eine blühende kosmopolitische Stadt; um 320 v. Chr. hatte sie
Memphis als ägyptische Hauptstadt abgelöst, und um die Mitte des 1. Jh. V.
Chr. zählte sie etwa eine halbe Million Einwohner, darunter eine stattliche
Zahl von Griechen und Juden. Mit ihrem gitterartig angelegten Strassensystem
war sie eher eine griechische denn eine ägyptische Stadt, und ihre Identität
war so ausgeprägt, dass sie als Alexandrea ad Aegyptum bekannt war, als
Alexandria „bei“ Ägypten statt „in“ Ägypten, als handele es sich um ein
eigenständiges Land. Im späten 1. Jh. N. Chr. bezeichnete der römische
Redner Dio von Prusa Ägypten sogar als blosses Anhängsel von Alexandria.
Die berühmtesten antiken Bauten Alexandrias waren die Bibliothek und das
Museion, von denen man annimmt, dass sie zusammen mit der unersetzlichen
Papyri-Sammlung im 3. Jh. N. Chr. niedergebrannt wurden.
Die wichtigsten Monumente aus der Ptolemäer- und Römerzeit waren das
Serapeum (ein dem Gott Sarapis geweihter Tempel, in dem vielleicht ein Teil
der Bibliothek untergebracht war), das Caesareum, ein römisches Stadion und
Kom el-Schugafa (ein Labyrinth von Felsgräbern aus dem . und 2. Jh. n.
Chr.). Der in der frühen Ptolemäerzeit auf der Insel Pharos etwa 1,5 km vor
der Küste erbaute alexandrinische „pharos“ dürfte der früheste bekannte
Leuchtturm gewesen sein, doch ist leider gar nichts davon erhalten.
Ausgrabungen in Kom el-Dikka nahe der Moschee Nebi Daniel haben die Reste
des Stadtzentrums aus der Römerzeit freigelegt, darunter ein kleines
Theater, Thermen, ein gymnasion und möglicherweise ein Schulzimmer. Ausser
der Festung Qait Bey auf Pharos, in der vielleicht einige vereinzelte Blöcke
des antiken Leuchtturms verbaut wurden, sind in Alexandria wenige islamische
Monumente erhalten.
Die archäolog. Erforschung der Stadt wurde dadurch erschwert, dass
Altertümer aus ganz Ägypten in Alexandria zusammengetragen wurden, um
entweder neue Tempel damit zu schmücken oder sie von dort in andere Teile
des Römischen oder Byzantinischen Reiches zu transportieren. Sowohl
„Kleopatras Nadel“ (heute am Embankment in London) als auch der Obelisk im
New Yorker Central Park standen einst im Caesareum, wohin sie vom
Ra-Atum-Tempel Thutmosis' III. in Heliopolis gebracht worden waren.
In der antiken Stadt selbst, die direkt unter dem modernen Stadtzentrum
liegt, fanden nur wenige Grabungen statt, doch wurden 1874 Teile der vom
Fluss- zum Seehafen führenden Strasse untersucht. Eines der
bemerkenswertesten erhaltenen Monumente ist die Pompejussäule, eine
Granitsäule, die allerdings erst um 297 n.Chr. vom römischen Kaiser
Diokletian in der Nähe des Serapeums errichtet wurde. |