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Eine Art Dokument, das
als feindlich oder durch und durch böse geltende Orte, Menschengruppen oder
Individuen benennt.
Diese Texte tauchen ab dem späten Alten Reich auf und wurden auf Gefangene
darstellende Figuren oder Tonkrüge geschrieben, die dann häufig zerbrochen
und begraben wurden. Das Ganze war Teil magischer Vernichtungsrituale, die
sich gegen die aufgeführten Personen oder Orte richteten. Die meisten
erhaltenen Beispiele fand man in der Umgebung von Gräbern in Theben und
Saqqara. Aber auch im nubischen Mirgissa, einer Festung aus dem Mittleren
Reich, wurde eine grosse Zahl solcher Texte ausgegraben (darunter welche,
die auf einen menschlichen Schädel geschrieben waren) - zweifellos eine
magische Unterstützung bei der Verteidigung der realen Festungsanlagen.
Die Ächtungstexte halfen Ägyptologen herauszufinden, wen die Ägypter zu
verschiedenen Zeiten in ihrer Geschichte als Feinde betrachteten, auch wenn
der historische Wert solcher Texte dadurch geschmälert wird, dass sie gerne
stereotype Namenslisten wiederholen, die häufig ganz offenkundig
anachronistisch sind. Zuweilen sind die Namen der feindlichen Kräfte sehr
genau angegeben, während in anderen Fällen die Feinde die stereotypen
Neunbogen sind, wobei die Zahl „neun“ dreimal drei bedeutet, was der
„Vielzahl der Vielzahl“ entspricht und damit die Gesamtheit aller Feinde
bezeichnet. Mit dem in den Ächtungstexten angewandten Zauber verwandt ist
die Zeremonie des „Zerbrechens der roten Töpfe“ |