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Altes Ägypten, Pharaonen
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Ackerbau

Die grundlegende Bedeutung des Ackerbaus in Ägypten ist von frühester Zeit an bezeugt in der Entwicklung der Landvermessung zur Festlegung von Grundstücksgrenzen, die jedes Jahr nach der Nilüberschwemmung erneut nötig wurde, wenn das Land schlammbedeckt zurückblieb, und auch in der Vermessung von Landbesitz für die Erhebung von Steuern. Szenen, die staatliche Feldmesser beim Vermessen von Ackerland zeigen, sind aus vielen Grabkapellen bekannt, so u. a. aus jener des Menna, eines thebanischen Beamten der 18. Dynastie.
Die Entwicklung des Kalenders war eng mit der sorgfältigen Beobachtung des „landwirtschaftlichen Jahres“ verbunden, und die Jahreszeiten erhielten ihre Namen im Einklang mit den Phasen des jährlichen Nilzyklus. Die Überschwemmung begann Mitte Juli, zu Beginn des neuen Jahres; ihren Höhepunkt erreichte sie meist Mitte August, wobei der genaue Zeitpunkt von S nach N variierte. Die Reichweite des Nils wurde durch das Graben von Bewässerungskanälen ausgedehnt, die auch zur Verteilung von Wasser bei niedriger Nilflut eingesetzt werden konnten. Kanäle sind zuerst in der frühdyn. Zeit belegt, doch wahrscheinlich zeigen die Reliefs auf dem Kopf der Prunkkeule von König Skorpion den Einsatz von Bewässerung bereits in der späten Prädynastischen Zeit. Sowie die Flut zurückging, schlossen die Bauern die Kanäle, um das Wasser zurückzuhalten, das dann erst eineinhalb Monate später freigegeben wurde. Im Oktober oder Novemberwurde die Saat von Hand ausgebracht und von Schafen und Ziegen eingetreten (nach Herodot auch von Schweinen). Die wichtigste Feldfrucht war Getreide, darunter Gerste und drei Weizenarten: Emmer, Einkorn und Spelt. Sie wurden zur Herstellung von Brot und Bier verwendet, den beiden Hauptnahrungsmitteln der alten Ägypter. Der fruchtbare Boden ermöglichte wenigstens zwei Ernten pro Jahr; wollte man allerdings eine zweite - während des Sommers - erzielen, musste das Land von Hand bewässert werden. Im AR und MR dienten ein einfaches Joch und Gefässe zur Beförderung des Wassers; die Einführung des Schaduf im Neuen Reich und der Saqqia (ein von Tieren angetriebenes Wasserrad) in der Ptolemäerzeit erleichterten nicht nur die Bewässerung, sondern erlaubten auch eine Ausdehnung der Anbauflächen. Für eine zweite Ernte wurden meist Hülsenfrüchte statt Getreide angebaut, und obwohl diese Stickstoff „binden“ und damit den Boden ertragreicher machten, dürften die Auswirkungen auf die Umwelt im Vergleich mit der Nilflut relativ unbedeutend gewesen sein.
Zahlreiche Grabmalereien zeigen, wie Getreide mit Sicheln geerntet, mit Ochsen gedroschen, geworfelt und eingelagert wird, während Schreiber die Mengen sorgfältig berechnen und aufzeichnen. Gemüse (darunter Zwiebeln, Knoblauch, Erbsen, Linsen, Bohnen, Radieschen, Kohl, Gurken und eine Art Kopfsalat) wurde meist auf kleinen viereckigen Parzellen angebaut, wie sie sowohl in Grabmalereien als auch durch archäolog. Funde belegt sind (etwa im Fall der Gemüsegärten ausserhalb des „Arbeiterdorfes“ in El-Amarna).
Öle wurden aus Sesam, Rizinus und Flachs gewonnen; Flachs lieferte auch die wichtigste Faser zur Herstellung von Leinentextilien. Trauben wurden, v. a. in der Deltaregion und in den Oasen, zur Weinherstellung angebaut, und in zahlreichen Szenen sind Weinpressen abgebildet. Auch viele Ostraka von Weinkrügen sind erhalten, die gewöhnlich deren Inhalt, Datum und Herkunft festhalten. Wein und Bier wurden oft mit Datteln gewürzt und die Fasern der Dattelpalme bei der Herstellung von Tauwerk und Korbwaren verwendet.
Der grösste Teil des Ackerlandes gehörte dem König oder den Tempeln, und beide führten ausführlich Buch über dessen Produktivität. Beamte verhängten oft strenge Strafen gegen Bauern, die ihr Abgabesoll an Getreide nicht erfüllten, und in vielen Gräbern sieht man Szenen, in denen Bauern deswegen Schläge erhalten, so auch in jenem des Mereruka aus dem Alten Reich.

 


 

 

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