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Altes Ägypten, Pharaonen
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Abu Simbel

Die beiden Felstempel Ramses II. (1279-1213 v. Chr.) im etwa 250 km südöstl. von Assuan gelegenen Abu Simbel wurden 1813 von dem Forschungsreisenden Johann Ludwig Burckhardt entdeckt und vier Jahre später von Giovanni Belzoni freigelegt. Der grössere Tempel ist Amun-Ra, Ra-Horachte, Ptah und dem vergöttlichten Ramses II. geweiht. Die Fassade wird von vier kolossalen Sitzfiguren Ramses II. mit Doppelkrone und Nemes-Kopftuch beherrscht. Zwischen den beiden Figurenpaaren befindet sich der Eingang in das in den Fels gehauene Tempelinnere; den Zugang flankieren, unter den Füssen und dem Thron des Königs, die Neunbogen, die traditionellen Feinde Ägyptens. Das Monument versinnbildlichte somit sowohl die Herrschaft Ramses' II. über Nuibien als auch seine Verbundenheit mit den Göttern.
Der „Grosse Tempel“ ist so ausgerichtet, dass zweimal im Jahr (im Februar und im Oktober) das Licht der aufgehenden Sonne in das Allerheiligste und auf die Götterstatuen an seiner hintersten Wand fällt. Der Grundriss des Tempels ist konventionell: Von einer grossen Pfeilerhalle direkt hinter dem Eingang führt ein Mittelgang in eine kleinere Pfeilerhalle; von dort gelangt man in eine Querhalle und schliesslich in das Allerheiligste. Die künstlerische Qualität der Wandreliefs ist nicht besonders hoch, doch sind sie kraftvoll, und ihre farbige Bemalung ist noch erhalten. Die Tempeldekoration stammt aus dem 34. Regierungsjahr Ramses' II. und im Vergleich mit der Dekoration der älteren Tempel in Abydos fällt sie deutlich ab. Am S-Ende des Plateaus berichtet eine Stele von der Vermählung Ramses' mit einer Tochter des Hethiter-Königs Hattuschili III., eine wertvolle Urkunde, die die diplomatischen Beziehungen zur damaligen Zeit dokumentiert.
Etwas nördl. vom Grossen Tempel liegt ein kleinerer, der Königin Nefertari und der Göttin Hathor von Ibschek geweihter Felstempel. An seiner Fassade flankieren zu beiden Seiten des Eingangs zwei Standfiguren des Königs eine Darstellung seiner Gemahlin. Ein Gang führt in eine Halle mit sechs Hathor-Kapitellpfeilern, an die sich eine Querhalle und das Sanktuar anschliessen, wo eine Statue der Göttin Hathor Ramses II. beschützt.
In den 60er Jahren des 20. Jh. waren diese Tempel nach dem Bau des Assuan-Hochdammes von den steigenden Fluten des Nassersees bedroht. Die Bauwerke wurden auf Initiative der UNESCO und in enger Zusammenarbeit von Archäologen und Ingenieuren abgetragen und an höherer Stelle wieder aufgebaut.


 

 

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